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Bora Bora

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Bora Bora ist ein Atoll, das zur Gruppe der Gesellschaftsinseln in Französisch-Polynesien, genauer zu den Îles sous le Vent (Inseln unter dem Winde), im Südpazifik gezählt wird. Das Atoll liegt rund 260 km nordwestlich von Tahiti bei 151° 44' West und 16° 29' Süd und hat eine Landfläche von insgesamt 38 km2. Die Entfernung (Luftlinie) zum australischen Kontinent (Sydney) beträgt 5983 Kilometer, nach Hawaii (Honolulu) sind es 4230 Kilometer.

Bora Bora ist ein Atoll, das im Luftbild die klassische, von Charles Darwin beschriebene Atollform mit einem Zentralberg sowie einem Korallensaum mit zahlreichen aufliegenden Motus zeigt. Die Atollbildung ist so weit fortgeschritten, dass die Caldera des Zentralvulkanes bereits versunken ist. Nur noch Teile des bereits weitgehend verwitterten Kraterrandes ragen über den Meeresspiegel.

Die langgezogene Hauptinsel ist 9 km lang und an ihrer breitesten Stelle 5 km breit. Die Siedlungen befinden sich ausschließlich in den Küstenbereichen, das üppig bewachsene Inselinnere ist weitgehend unerschlossen. Eine 32 km lange, befestigte Ringstraße erschließt die Küstenregion, die Siedlungen und die Hotels. Das Inselinnere ist nur stellenweise mit Geländefahrzeugen befahrbar.

Bora Bora gehört heute politisch zu Französisch-Polynesien. Die Insel ist Französisches Übersee-Territorium und damit der Europäischen Union angegliedert. Sie wird durch eine Unterabteilung (Subdivision administrative des Îles sous le Vent) des Hochkommissariats von Französisch-Polynesien (Haut-commissariat de la République en Polynésie française) mit Sitz in Papeete verwaltet. Bora Bora ist eine von sieben Gemeinden der Subdivision administrative des Îles sous le Vent, die sich wiederum in die drei Teilgemeinden (Communes associées) Nunue, Faʻanui (dazu das Atoll Tupai weiter nördlich) und Anau untergliedert. Die lokale Verwaltung befindet sich in Vaitape.

Amtssprache ist französisch. Währung ist der an den Euro gebundene CFP-Franc.

Bora Bora gilt als einer der exklusivsten und luxuriösesten Urlaubsorte in der oberen Preisklasse und gehört zu den teuersten Reisezielen der Welt.

Bora Bora
NASA-Aufnahme von Bora Bora
GewässerPazifischer Ozean
ArchipelGesellschaftsinseln
Geographische Lage16° 30′ S, 151° 45′ W
Bora Bora (Gesellschaftsinseln)
Bora Bora
Anzahl der Inselnca. 30
HauptinselBora Bora
Landfläche29,3 km²
Höchste ErhebungMont Otemanu 727 m
Einwohner10.106 (2017)
Topographische Karte


Bevölkerung

Bora Bora zählte im Jahre 2017 10.106 Einwohner.   Die größte Ansiedlung, Vaitape mit rund 4600 Einwohnern, liegt auf der Westseite der Insel, gegenüber der Hauptpassage in die Lagune, der Passe Teavanui, die so tief ist, dass sie auch mit größeren Kreuzfahrtschiffen befahren werden kann. Sie liegen in der Lagune auf Reede – oft mehrere gleichzeitig – weil der Hafenkai von Vaitape nur für kleine Schiffe und Boote geeignet ist.

Weitere Dörfer sind Faʻanui, der frühere Sitz der Herrscherfamilie, im Nordwesten und Anau im Osten.

Flora

Die für ein polynesisches Atoll relativ dicht besiedelten und intensiv genutzten Flachlandregionen beherbergen kaum noch Reste der ursprünglichen Vegetation. Die Flora der hohen und steilen, nur schwer zugänglichen Berge ist dagegen noch weitgehend unberührt. Bis zum Fuß der steilen Bergregion erstreckt sich vorwiegend Kulturland mit Kokosplantagen, Brotfruchtbäumen, Tahitikastanien (Inocarpus), Kassava (Manihot), tropischen Früchten sowie Orchideenplantagen für die Dekoration in den Touristenhotels.

Aufgegebene Bereiche haben verwilderte Guaven und der Farn Dicranopteris linearis erobert. Die Spalten und Grate der Inselberge sind von noch weitgehend ungestörten Resten der ursprünglichen Inselvegetation bewachsen.

Tourismus

Die Wirtschaft der Insel stützt sich mittlerweile nahezu ausschließlich auf den Tourismus. Bora Bora dürfte – neben Tahiti – zu den touristisch am besten erschlossenen Inseln des Südpazifiks zählen. Es gibt zahlreiche Hotels, vorwiegend der gehobenen und höchsten Preisklasse, die vor allem von Amerikanern und Japanern besucht werden. Das Preisniveau ist exorbitant, Bora Bora gehört zu den teuersten Reisezielen der Welt mit Tagespreisen im hohen dreistelligen Euro-Bereich.

Mehrere Luxushotels liegen auf den Motus des Saumriffes und bieten sogenannte Überwasser-Bungalows an, die auf Stelzen in die Lagune hineingebaut sind. Durch eine gläserne Tischplatte hindurch kann man beim Frühstück, das mit Auslegerkanus gebracht wird, die bunten Korallenfische beobachten.

Bora Bora wird inzwischen häufig von Kreuzfahrtschiffen angelaufen, oft im Rahmen ihrer Weltumfahrungen. Die Schiffe gehen meist im Tiefwasser vor Vaitape auf Reede, weil der kleine Hafenkai dafür nicht geeignet ist. Die Passagiere werden an Land gebracht und sorgen einige Stunden für eine Belebung des ansonsten geruhsamen Insellebens.

Infrastruktur

Auf der Hauptinsel verkehrt ein öffentlicher Bus (Le Truck), der auf der Ringstraße die Insel in rund einer Stunde umfährt. Haltestellen sind nicht notwendig, der Bus hält, wo die Passagiere es wünschen. Die bevorzugten Fortbewegungsmittel für Touristen sind jedoch Fahrrad und Moped oder Motorroller und der Shuttle-Service, den einige Hotels anbieten. In Vaitape kann man kleine Elektroautos mieten. Auf der Insel ist ein privater Hubschrauber stationiert, mit dem Rundflüge durchgeführt werden.

Der Flughafen Bora Bora ist ein ehemaliger Militärflugplatz der US-Luftstreitkräfte, der heute von lokalen polynesischen Fluglinien angeflogen wird. Er befindet sich auf dem Motu Mute im Norden des Atolls. Flugpassagiere werden mit dem Boot während einer bis zu drei Stunden dauernden Fahrt in ihre Hotels gebracht. Der Flug von Tahiti nach Bora Bora mit kleinen Propellermaschinen dauert etwa 45 Minuten.

Hauptort und Sitz der lokalen Verwaltungsbehörden ist Vaitape. Der Ort hat einige kleine Einkaufsmärkte, Banken, Post, eine katholische Kirche, eine Schule sowie eine Gendarmeriestation und weist ansonsten keine besonderen Sehenswürdigkeiten auf.

Sehenswürdigkeiten

Hauptattraktion auf Bora Bora ist die Lagune mit ihrer noch weitgehend intakten Unterwasserwelt. Mit dem Glasbodenboot, beim Tauchen und Schnorcheln, kann man das Riff mit tausenden von bunten Korallenfischen erkunden. In der tiefen Lagune gibt es Barrakudas und Haie, die während geführter Tauchtouren angefüttert werden können. Eine weltbekannte Attraktion für Taucher ist die „Rochenstraße“, ein Bereich in der Lagune, in dem verschiedene Rochenarten in großen Schwärmen vorkommen, darunter zahlreiche Mantas und Leopard-Stechrochen.

Teile des Inselinneren können mit Jeepsafaris erkundet werden. Die Naturschönheiten der Insel lassen sich jedoch besser zu Fuß erschließen. Man kann mehrere Wanderungen von Vaitape aus unternehmen, sollte sich jedoch einem Führer anvertrauen, um die Orientierung nicht zu verlieren. Die Wanderung auf den Gipfel des Pahia, von dem der Legende nach der Kriegsgott Oro auf einem Regenbogen herabgestiegen sein soll, führt durch Obstgärten, Wälder, Orchideenfelder und farnbewachsene Spalten. Man kann auch den Mount Otemanu besteigen, von dem sich ein schöner Rundblick über das Atoll bietet. Unterhalb des Gipfels ist eine geräumige Grotte, in der zahlreiche Fregattvögel nisten.

Sehenswert sind die Überreste von einst mehr als 40 Marae (Zeremonialplattformen). Die am besten erhaltenen sind der Marae Fare Opu in der Faanui Bay und der Marae Aehau-tai oder Temaruteaoa im äußersten Osten in der Vairau-Bucht. Eine weitere große Zeremonalstätte der Ureinwohner ist der Marae Marotitini im Norden der Hauptinsel, direkt am Strand. Die Steinplattform des Komplexes war ursprünglich 42 m lang und wurde 1968 von dem japanischen Archäologen Yosihiko Sinoto restauriert. Im Bereich der Anlage fand man zwei Steinkistengräber der königlichen Familie.

Die schönsten Strände (und auch zahlreiche Hotels) liegen in den beiden großen Buchten zwischen dem Pointe Paopao und dem Pointe Matira im Südwesten der Insel sowie auf den gegenüberliegenden Motus. Etwa fünf Kilometer von Vaitape in Richtung Süden liegt direkt an der Hauptstraße das Bloody Mary’s, eine weltweit bekannte Bar mit Restaurant und eigenem Anlegesteg für Jachten, in der zahlreiche prominente Gäste verkehren. 230 Namen sind auf zwei Holztafeln am Eingang verzeichnet, u. a. Marlon Brando, Jane Fonda, Diana Ross.


Siehe auch

Weblinks

Quellen

Bildernachweis