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Serranilla Bank

Die Serranilla-Bank (engl.  Serranilla Bank, span Banco Serranilla) ist ein unbewohntes, teilweise versunkenes Atoll im südwestlichen Karibischen Meer rund 400 km nordöstlich der Küste von Nicaragua. Von der ursprünglichen, ovalen Riffsäumung sind nur noch der östliche und südliche Teil sichtbar.

Die steil aus dem Meer aufragende Serranilla-Bank ist rund 45 km lang, 37 km breit und bedeckt ein Meeresgebiet von etwa 1200 km². Sie besteht aus Unterwasserriffen, Felsen und einigen flachen Cays an der Süd- und Ostseite. Die meisten Teile des Korallenriffs fallen bei Ebbe trocken. Mit Ausnahme einer Untiefe in der Nähe der Cays im Osten und Süden der Bank, werden Wassertiefen von 9 bis 37 Meter erreicht. In der Nähe der Serranilla-Bank liegen Hunderte von Schiffswracks.

Lagekarte

Lagekarte Serranilla-Bank

 

Satellitenfoto

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Serranilla-Bank von der ISS aus gesehen

Serranilla-Bank von der ISS aus gesehen

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Geschichte & Staatliche Zugehörigkeit

Die Serranilla-Bank wird erstmals 1510 auf spanischen Seekarten erwähnt. Die staatliche Zugehörigkeit der Serranilla-Bank ist umstritten.

Die Vereinigten Staaten von Amerika erhoben 1879 und 1880 offiziell Anspruch auf das Atoll. Die Grundlage dafür war und ist der Guano Islands Act aus dem Jahr 1856. Kolumbien, Nicaragua und Jamaika beanspruchen das Atoll ebenfalls. In der Verfasung von Honduras wird die Serranilla-Bank sogar ausdrücklich als Staatsgebiet von Honduras ausgewiesen.

Die Regierungen der USA und Kolumbiens kamen im September 1972 überein, diverse Inseln und Korallenbänke, die bislang unter den Guano Island Act von 1856 fielen, in die kolumbianische Souveranität zu übergeben. Dieser Beschluss wurde 1981 vom U.S. Senat ratifiziert. Die Serranilla-Bank fiel aber nicht ausdrücklich unter dieses Abkommen. In offiziellen Dokumenten der U.S. Administration, wird hingegen erklärt, dass die Serranilla-Bank nicht mehr unter die Rechtsprechung („jurisdiction“) der Vereinigten Staaten fallen würde, da sie im September 1981 den kolumbianischen Autoritäten übergeben worden sei.

Im Jahr 1986 unterzeichneten die Regierungen von Kolumbien und Honduras ein bilaterales Abkommen, welches die Seegrenzen in der südwestlichen Karibik neu regeln sollte. Honduras verzichtet in diesem Abkommen ausdrücklich auf seine Ansprüche an der Serranilla-Bank, welche Kolumbien zugesprochen wird. Dies führte zu heftigen Protesten innerhalb von Honduras, da in der Verfassung aufgeführtes Staatsgebiet aufgegeben wurde. Nicaragua war nicht in das Abkommen einbezogen und protestierte heftig gegen die Ergebnisse dieses Abkommens. Noch im gleichen Jahr erhob Nicaragua Anklage gegen Honduras vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag.

Im Dezember 2007 legte der Internationale Gerichtshof als vorläufige Trennlinie zwischen Honduras und Nicaragua den 15. Breiten- und den 82. Längengrad fest. Der weitere Grenzverlauf ist noch unklar.

Heute wird das Atoll gelegentlich von Hummerfischern aufgesucht.


Siehe auch

Weblinks

Quellen

Bildernachweis