Geographie

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Beringstraße

Die Beringstraße (englisch Bering Strait, russisch Бе́рингов проли́в/Beringow proliw) ist eine Meerenge zwischen der östlichsten Stelle Asiens und dem westlichsten Punkt des amerikanischen Festlands, und somit auch zwischen Russland und den USA (Alaska).

Die ungefähr 82 km breite und durchschnittlich nur etwa 30 bis 50 m tiefe Meerenge verbindet die Die ungefähr 82 km breite und durchschnittlich nur etwa 30 bis 50 m tiefe Meerenge verbindet die Tschuktschensee (ein Randmeer des Nordpolarmeers) im Norden mit der Beringsee (dem nördlichsten Randmeer des Pazifiks) im Süden. An ihrem westlichen Ufer liegt das Kap Deschnjow (die östlichste Stelle Asiens auf der sibirischen Tschuktschen-Halbinsel) und am östlichen das Kap Prince of Wales (der westlichste Punkt des amerikanischen Festlands auf der Seward-Halbinsel im US-Bundesstaat Alaska).

Noch vor etwa 10.000 Jahren, als die letzte Kaltzeit zu Ende ging, war die Beringstraße eine Landbrücke – Beringia genannt – zwischen den beiden Kontinenten. Diese verband die beiden Festländer miteinander, so dass Menschen – nach den heute gängigen Theorien – von Asien nach Nordamerika gelangen konnten.

Die Meerenge und das südlich davon gelegene Beringmeer sind nach dem Dänen Vitus Bering benannt, der die Meerenge 1728 als Marineoffizier in russischen Diensten durchfuhr.

Bedeutung für das Weltklima

Die Beringstraße trennt wenig salzhaltiges Wasser des Pazifik von dem salzreicheren Arktischen Ozean, der auf der anderen Seite des Pols mit dem Atlantik in Verbindung steht. Ist sie (wie zurzeit) offen, strömt in den oberen Schichten Pazifikwasser durch das Beringmeer und den Arktischen Ozean in den Atlantik, während unten salzhaltigeres Wasser in den Pazifik strömt. Dieser Austausch hat gravierende Folgen für den Golfstrom im Atlantik – weniger Salz im Atlantik bremst den Golfstrom erheblich, da das Absinken des Wassers vor Grönland nur dadurch bewirkt wird, dass Wasser abkühlt und in die Tiefe zieht; je schwerer (salzhaltiger) das Wasser ist, umso mehr Oberflächenwasser sinkt ab. Nur dadurch strömt ständig wärmeres Wasser aus dem Golf von Mexiko und der Karibik als Golfstrom in den Norden nach und bringt damit Europa auf Temperaturen und Niederschlagswerte, die deutlich über denen der nordamerikanischen und asiatischen Gebiete auf den gleichen Breitengraden liegen. Eine weitere Abnahme des Salzgehalts im Nordatlantik – z. B. durch Abschmelzen des Inlandeises auf Grönland – könnte diesen Vorgang sogar vollkommen verhindern und den Golfstrom zum Stillstand bringen, wodurch das Klima in Europa wohl kühler und trockener würde.

Umgekehrt bedeutet ein Schließen der relativ flachen Beringstraße, wie es in der geologischen Vergangenheit durch Kontinentalbewegungen und/oder einen niedrigeren Meeresspiegel vorkam, dass der Nordatlantik salzhaltiger und der Golfstrom beschleunigt wird. Das hat zunächst höhere Temperaturen vor Grönland zur Folge. Da jedoch dadurch Nebel entsteht, der zu mehr Schneefall führt, bilden sich abstrahlende weiße Flächen. Das hat wiederum eine Abkühlung besonders im Norden und eine weitere Bildung von Inlandeis zur Folge, die eine neue Eiszeit auslösen könnte.

Es wurde vermutet und durch Simulationen auch bekräftigt, dass der Zyklus von Kalt- und Warmzeiten, den die Erde seit ca. 2,5 Millionen Jahren durchlebt, durch diesen Effekt verursacht oder zumindest verstärkt wurde. Allerdings sind bisher nur „Entweder-oder-Simulationen“ (offen oder geschlossen) durchgerechnet. Was eine teilweise Schließung oder maximal offene Strömung bedeutet, ist bisher nicht errechenbar.


Siehe auch

Quellen

Bildernachweis