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Subduktionszone

Als Subduktionszone bezeichnet man in der geowissenschaftlichen Theorie der Plattentektonik einen Bereich der Lithosphäre, an dem eine Lithosphärenplatte unter eine andere taucht (Subduktion).

Bei einer Subduktionszone handelt es sich um eine konvergierende Plattengrenze, an der entlang zwei Lithosphärenplatten (die aus Krustenmaterial und lithosphärischem Mantel bestehen) miteinander kollidieren. Eine der beiden Platten (in der Regel diejenige mit ozeanischem Krustenmaterial) ist von höherer Dichte und damit schwerer als die andere. Die schwerere Platte weicht nach unten aus und taucht in den zähen Erdmantel ein.

Im Abtauchbereich bilden sich Tiefseerinnen wie z. B. die mit bis zu 11.034 m tiefste submarine Rinne der Erde, die Marianentiefseerinne und an Land entsteht ein Faltengebirge z.B. die Alpen.

File:Oceanic-continental convergence Fig21oceancont.gif

Subduktion einer ozeanischen Platte unter eine Kontinentalplatte (englische Beschriftung)

Erdbeben

Subduktionszonen sind infolge der gegeneinander gerichteten Plattenbewegungen erdbebengefährdet. Beim Abtauchen verhaken sich die beiden Platten und bauen erhebliche Spannungen im Gestein auf, deren ruckartige Freisetzung an der Erdoberfläche zu Erdbeben und untermeerischen Beben (auch Seebeben genannt) mit Tsunamis führen kann.

Vulkanismus

Eine abtauchende ozeanische Platte enthält große Mengen an freiem oder in Mineralen gebundenem Wasser, das durch die Zunahme von Druck und Temperatur freigesetzt wird. Dadurch wird der Schmelzpunkt des umgebenden Gesteins herabgesetzt und es kommt teilweise zum Aufschmelzen dieses Gesteins. Das entstandene Magma steigt auf, bleibt aber oft innerhalb der Erdkruste stecken und erstarrt dort zu großen Plutonen.

Das zur Erdoberfläche durchstoßende Magma bildet charakteristische Ketten von Vulkanen. Wo eine ozeanische Platte unter eine andere ozeanische Platte abtaucht, bilden sich Inselbögen wie z. B. die Aleuten. Wenn eine ozeanische unter eine kontinentale Platte taucht, entsteht eine Vulkankette wie die Anden. Entlang der Subduktionszonen des Pazifischen Ozeans bilden die Vulkanketten und Inselbögen den Pazifischen Feuerring.

Das für Subduktionszonen typische andesitische und damit zähflüssige Magma führt zu explosiven Ausbrüchen und zur Bildung von mächtigen Schichtvulkanen. Beispiele mit besonders explosiven Ausbrüchen sind der Krakatau 1883, der Mount St. Helens 1980 und der Pinatubo 1991.

Eine weitere mögliche Folge der Subduktion sind Petit Spots. 2006 wurden diese etwa 50 Meter hohe Vulkane im Japangraben in 5000 m Tiefe auf der abtauchenden Platte erstmals beobachtet. Es wird vermutet, dass durch die Verbiegung der abtauchenden Platte dort Risse und Spalten entstehen und deshalb aus der Asthenosphäre Magma bis zum Ozeanboden aufsteigen kann.

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Quellen

Bildernachweis

Weblinks