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Die Kurilen

Die Kurilen (russisch: Курильские острова; japanisch: 千島列島, Chishima-rettō, deutsch „Archipel der tausend Inseln“) oder Kuril-rettō (クリル列島, Kuriru-rettō, dt. „Kurilen-Archipel“) sind eine etwa 1200 Kilometer lange, zu Russland gehörige Inselkette mit mehr als 30 großen und kleinen Inseln vulkanischen Ursprungs in Ostasien. Sie verbinden wie eine Brücke die russische Halbinsel Kamtschatka mit der japanischen Insel Hokkaidō. Die Inselkette trennt den Pazifik vom Ochotskischen Meer.

Etwa 100 Vulkane, wovon 39 aktiv sind, sehr häufige Erdbeben, Schneestürme und Nebel im subarktischen Klima machen die in fischreichen Gewässern liegenden Inseln sehr unwirtlich. Die Natur auf den Inseln ist relativ unberührt. Die Kurilen gelten als eine der landschaftlich schönsten Gegenden der Welt. Die Gesamteinwohnerzahl betrug im Jahre 2010 19.434.

Bevölkerung

Die Bevölkerung verteilt sich sehr ungleich auf die Inseln. Ständige Bewohner gibt es nur auf vier Inseln: auf Paramuschir, Iturup, Kunaschir und Shikotan. Anfang 2010 gab es 19 bewohnte Orte: zwei Städte (Sewero-Kurilsk), ein städtisch geprägtes Dorf (Juschno-Kurilsk) und 16 Dörfer.

Die höchste Bevölkerungszahl wurde 1989 mit 29.500 Einwohnern registriert. Während der Sowjetperiode war die Bevölkerungszahl aufgrund besonderer Vergünstigungen und der hohen Zahl von Soldaten wesentlich höher. Es gab militärische Stützpunkte auf heute unbewohnten Inseln wie Schumschu, Onekotan, Simuschir und anderen.

Geologie

Die Kurilen bilden einen Inselbogen, der durch die Auswirkungen der Plattenverschiebung entstanden ist. Sie sind ein Teil des pazifischen Feuerrings, an dem Tektonische Erdplatten entlang verschiedener Subduktionszonen untereinander geschoben werden. Hier wird die Pazifische Platte unter die Nordamerikanische Platte im Winkel von rund 45° subduziert.

Der vor der Inselkette liegende Kurilengraben ist ein Tiefseegraben, der diese Subduktionszone markiert. Im Kurilengraben liegt das Witjastief 3, mit 10.542 m unter dem Meeresspiegel eine der tiefsten Stellen der Erdoberfläche.

Kennzeichnend für diese tektonischen Vorgänge sind die vulkanischen Aktivitäten und häufig auftretende Erdbeben, deren Epizentren in großer Tiefe liegen können. Ein Erdbeben der Stärke 8,3 erschütterte am 15. November 2006 die Kurilen.

Von den 68 Vulkanen der Kurilen werden 36 als aktiv eingestuft. Im Bereich des Inselbogens sind weitere 98 submarine Vulkane bekannt. Bei Vulkanausbrüchen auf den Kurilen können Aschewolken entstehen, die den Flugverkehr gefährden. Häufiges schlechtes Wetter und die Abgelegenheit der Inseln erschweren die Vulkanüberwachung, so dass der Fernerkundung mit Satelliten eine große Bedeutung zukommt.

Gebietsansprüche

Die beiden größten Inseln im südlichsten Teil der Inselkette werden von Japan beansprucht. Zusammen nehmen sie etwa die Hälfte der Fläche aller Kurilen-Inseln ein. Außerdem fordert Japan die Rückgabe der Insel Shikotan (255 km²) und der Habomai-Gruppe vor Nemuro (102 km²). Eine der Habomai-Inseln, Kaigara, ist nur knapp vier Kilometer von der japanischen Insel Hokkaidō entfernt. Die Habomai-Inseln und Shikotan gehör(t)en zur Provinz Nemuro bzw. heute zur Unterpräfektur Nemuro der Präfektur Hokkaidō, nicht zu den Kurilen. Die Rote Armee hatte diese Ende des 2. Weltkrieges ebenfalls besetzt.

Während des Kalten Krieges waren die Kurilen von großer strategischer Bedeutung. Sie bildeten eine Verteidigungskette vor dem sowjetischen Festland. Neben einer Division Bodentruppen (1978 eingerichtet – 1995 reduziert) wurden dazu etwa 40 MiG-23 B-Jagdbomber stationiert, die bis Tokio fliegen konnten. Insbesondere in den 1980er-Jahren galt diese sowjetische Militäreinrichtung als Bedrohung Hokkaidōs.


Siehe auch

Weblinks

Quellen

Bildernachweis

  • Lagekarte:
  • Karte der Region: Es wird NormanEinstein als Autor angenommen (basierend auf den Rechteinhaber-Angaben). [GFDL oder CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons 
  • Satellitenfoto: von MODIS Rapid Response Project at NASA/GSFC (Übertragen aus de.wikipedia nach Commons.) [Public domain], via Wikimedia Commons