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Rotes Meer

Blick von Eilat (Israel) über das Rote Meer mit Aqaba (Jordanien) im Hintergrund

Das Rote Meer (arabisch ‏البحر الأحمرal-Bahr al-ahmar; arabisch ‏الخليج العربيArabischer Golf; hebräisch ‏'ים סוףYam Suf; Tigrinya ቀይሕ ባሕሪ QeyH baHri , lateinisch Mare Erythraeum, griechisch Ἐρυθρὰ θάλασσα/span> (übersetzt Erythraeisches Meer, in der römischen Antike unter diesem Namen bekannt)) ist ein schmales, 2240 km langes, bis 2604 m tiefes Nebenmeer des Indischen Ozean, zwischen Nordost-Afrika und der Arabischen Halbinsel. Der Rauminhalt des Meeres beträgt 200.000 km³, die Oberfläche etwa 438.000 km² bei einer durchschnittlichen Wassertiefe von 538 m.

Lage, Gliederung und angrenzende Staaten

Zum Roten Meer gehören:

weiterer angrenzender Staat: Sudan

Namensgebung

Die Namensgebung stammt aus dem althergebrachten System der Bezeichnung von Himmelsrichtungen durch Farben. Erstmals ist der Name zur Zeit der Achaimeniden bezeugt: Für jenes iranische Volk lag dieses Meer im Süden, der durch die Farbe Rot symbolisiert wurde. Also bedeutete rotes Meer „Südsee“ (und analog das Schwarze Meer „Nordsee“). Herodot nannte dieses Meer im Zusammenhang mit dem Kanalbau des Necho II. auch den „arabischen Meerbusen“: Für die spätere Kanalerweiterung, die in mehreren Windungen vom Isthmus bei Ismailia bis zum Ende des schmalen Meerstreifens bei Suez in den „arabischen Busen“ führte, gab er als Distanz 1.000 Stadien an und fügte hinzu, „dass der arabische Busen das ist, was man auch das rote Meer nennt“.

Der antike griechische Geschichtsschreiber und Geograph Agatharchides (um 208 v. Chr.; † nach 132/131 v. Chr.) gab weitere Erklärungsmöglichkeiten für den Namen:

  • rote Erde auf der Ostseite des Meeres
  • Berge auf der Westseite sind durch die Sonne rot verbrannt
  • Rotfärbung des Meeres durch die aufgehende Sonne
  • Namensgebung durch Erythras, Sohn des Perseus
  • Porphyrstaub, der ins Meer gewaschen wird

Gelegentlich wird zur Namenserklärung die Blaualge Trichodesmium erythraeum mit ihrer rötlich-orangen Chlorophyll-Variante herangezogen: Während periodisch auftretender Algenblüten kann sie ganze Teppiche an der Wasseroberfläche ausbilden. In Reisehandbüchern wird des Öfteren über den rötlichen Schimmer von Meer und Bergketten bei Sonnenaufgang erzählt.

Flora und Fauna

Vorherrschend sind Saumriffe nur wenige dutzend bis hunderte Meter vor der Küste oder in Inselnähe. An einigen wenigen flachen Stellen erheben sich Fleckriffe. Ferner gibt es drei Riffgruppen weit vor der Küste, die von tiefem Wasser umgeben sind.

Auf Grund der topographischen Verbreitungsbarrieren und besonderen ökologischen Situation mit stark wechselnden Bedingungen entwickelte sich eine Spielwiese der Evolution und viele Arten kommen endemisch vor. Aber es finden sich auch fast alle Arten aus dem gesamten Indopazifik, wenngleich die Faunenzusammensetzung ungewöhnlich stark differiert.

Auffallend ist insgesamt die geringere Artenvielfalt als in tropischen Gebieten.

Die Artenvielfalt der Vögel ist naturgemäß gering, von einigen Kulturfolgern abgesehen. Trotzdem finden sich einige ornithologisch interessante Vertreter. Wer Anfang bis Mitte Oktober in dieser Gegend weilt, kann den Flug von unzähligen Zugvögeln nach Süden beobachten – ein atemberaubendes Schauspiel. Über Nacht sind dann oft sämtliche Bäume der Umgebung besetzt. Retour geht es wieder Mitte bis Ende März.

Umweltschäden

Vor Hurghada haben zum einen der Massentourismus, der sich rasant nach Süden ausbreitet, zum anderen das Einleiten ungeklärter Abwässer, wildes Ankern und die Korallenbleiche viele Korallen irreversibel stark beschädigt oder ganz vernichtet.

Es wird davon ausgegangen, dass die Zerstörung selbst in den südlichsten Teilen, an der Grenze zum Sudan, rasch voranschreiten wird. Massenhafte Tauchsafaris haben dabei einen erheblichen Anteil. Das illegale Fischen an geschützten Korallenriffen ist üblich, selbst Fleisch von Meereskühen und Haifischen wird gelegentlich in Hurghada angeboten. So hat es noch vor wenigen Jahren am Elphinstone Dutzende von Weißspitzen-Hochseehaien gegeben, während hier jetzt höchstens zwei oder drei zu sehen sind, an anderen Stellen gar keine mehr. Die Population der Gabelschwanzseekühe scheint vor dem Zusammenbruch zu stehen.


Siehe auch

Weblinks

Quellen

Bildernachweis