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West Virginia

Bannerfoto Morgantown, West Virginia
Morgantown, the #1 small city in America

West Virginia, deutsch älter auch West-Virginien) ist ein Bundesstaat der Vereinigten Staaten in der Region der Appalachen, im Volksmund The Mountain State (der Bergstaat) genannt. West Virginia, das sich im Sezessionskrieg von Virginia abtrennte, ist auch als Bergbauregion sowie für seine Arbeitskämpfe und relative Armut bekannt.

Basisdaten der U.S. Bundesstaaten

State of West Virginia

The Mountain State

Flaggenlink Wappenlink

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Fläche62,755 km²
Einwohner1,831,102
Einwohner pro km²29.2
HauptstadtCharleston
Postal CodeWV
ISO-3166-2 CodeUS-WV
FIPS Code54
 

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/2a/West_Virginia_in_United_States.svg/320px-West_Virginia_in_United_States.svg.png
Lagekarte
 
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/4/45/Map_of_West_Virginia_NA.png/311px-Map_of_West_Virginia_NA.png
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Geographie

West Virginia liegt im Osten der USA zwischen Virginia im Südosten und Süden, Kentucky im Südwesten, Ohio im Nordwesten sowie Pennsylvania und Maryland im Nordosten. Der nördlichste Teil des Staates bildet einen schmalen Streifen zwischen Ohio und Pennsylvania und wird daher als „Panhandle“ (Pfannenstiel) bezeichnet. Die Grenze zu Ohio wird durch den Oberlauf des Ohio River gebildet, die Grenze zu Maryland durch den North Branch des Potomac River.

Der Staat liegt zur Gänze in den Appalachen, weshalb er den Spitznamen „mountain state“ (Gebirgsstaat) trägt. Höchste Erhebung ist mit 1482 m der Spruce Knob, durchschnittlich liegt West Virginia 455 m über dem Meer, was der höchste Wert für einen Staat östlich des Mississippi ist.

Geschichte

West Virginias Entstehung ist einzigartig in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Bis zum Sezessionskrieg gehörte es zu Virginia. Schon seit der Besiedlung dieses Landesteils gab es jedoch politische Differenzen zwischen den eher ärmeren Kleinbauern dieser Gebirgsregion und den Plantagenbesitzern in den Ebenen, die in der Politik des Staates dominant waren. Nach dem Ausbruch des amerikanischen Bürgerkrieges und der Loslösung Virginias von der Union trennten sich ihrerseits die westlichen Countys von ihrem Mutterstaat am 27. April 1861. Vertreter dieser Verwaltungsbezirke bildeten eine neue Regierung, die ihren Sitz in Alexandria, Virginia einnahm.

Während des Bürgerkriegs war West Virginia Schauplatz zahlreicher Schlachten und Gefechte. 1870, nachdem Virginia wieder mit allen Rechten in die Union aufgenommen worden war, setzte der Supreme Court die Rechtmäßigkeit der Abspaltung West Virginias in einem Gerichtsurteil über die Zugehörigkeit der zwei Countys Berkeley und Jefferson zu West Virginia voraus.

Die Bewohner West Virginias bezeichnen ihren Staat selbstironisch als Irland der USA. Denn die Umgebung ist ländlich und von ärmeren Verhältnissen geprägt. Über Generationen hinweg flossen die Gewinne aus den reichen Holz- und Kohlevorkommen in die Tresore monopolistischer Trusts, ohne dass ein Großteil der Einwohner einen auch nur bescheidenen Anteil daran bekommen hätte. Als schließlich zum Ende des 19. Jahrhunderts auch hier die Eisenbahn vom Osten her bis in die Bergregionen vorgedrungen war, nutzte man diesen Transportvorteil zur großflächigen Rodung der Wälder.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich bei den großen Kohlenbergbau-Unternehmen im Süden des Staates das Prinzip der Company Town. Dort erhielten die Arbeiter zwar einen Lohn, mussten aber in Ortschaften, in denen den Kohleunternehmen das meiste gehörte, einen großen Teil für Essen und Unterkunft abführen. Zusätzlich senkten die Unternehmer den Lohn allmählich immer weiter ab, so dass die Ausbeutung und Verschuldung der Arbeiter mit der Zeit immer drückender wurde. Das Resultat waren schwere Arbeitskämpfe, die sogenannten Mine Wars (Bergwerkskriege). Bei diesen Konflikten wurden die Gewerkschaften mit militärischer Hilfe bekämpft und niedergehalten.

Erst 1967 wurde West Virginia durch den Obersten Gerichtshof dazu gezwungen, als einer der letzten Staaten der USA das Verbot der Mischehen aufzuheben.

Bevölkerung

West Virginia hat 1.852.994 Einwohner (Stand: Census 2010), davon sind 93,9 % Weiße, 3,4 % Afroamerikaner, 0,7 % Asiaten, 0,2 % Indianer, und 1,2 % Hispanics und Latinos jedweder Ethnie.

Lediglich 1,1 % der Einwohner des Bundesstaates sind außerhalb der Vereinigten Staaten geboren worden. Damit liegt West Virginia in der US-Statistik auf einem der letzten Plätze. Außerdem hat der Staat mit 2,7 % den geringsten Einwohneranteil aller US-Bundesstaaten, die zu Hause eine andere Sprache als Englisch sprechen.

Die fünf größten Gruppierungen, deren Vorfahren eine bestimmte Nationalität aufwiesen, sind: Amerikaner (23,2 %), Deutsche (17,2 %), Iren (13,5 %), Engländer (12 %) und Italiener (4,8 %). Größere deutschstämmige Bevölkerungsteile haben sich im Nordosten West Virginias angesiedelt.

5,6 % der Bevölkerung West Virginias sind unter 5 Jahre alt, 22,3 % unter 18, und 15,3 % sind 65 Jahre oder älter. Der Anteil von Frauen an der Gesamtbevölkerung beträgt 51,4 %.

2017 waren 38,1 % der Bevölkerung stark übergewichtig. Dies ist der höchste Anteil unter allen Bundesstaaten der Vereinigten Staaten.

Wirtschaft

Die Bevölkerung West Virginias zählt traditionell zu den ärmsten der US-Bundesstaaten. Das reale Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (engl. per capita GDP) – der wichtigste Wohlstandsindikator – lag im Jahre 2016 bei USD 40.071 (nationaler Durchschnitt der 50 US-Bundesstaaten: USD 57.118; nationaler Rangplatz: 48). Nur Mississippi liegt im Bundesstaatenranking stets hinter West-Virginia.

Die Arbeitslosenrate lag im November 2017 bei 5,3 % (Landesdurchschnitt: 4,1 %).

Die einst prächtigen Wälder waren für lange Zeit abgeholzt. Eine Aufforstung zeigt in den letzten Jahrzehnten Erfolge. Der Bergbau (v. a. Steinkohle; ferner Erdgas, Erdöl) spielt immer noch eine wichtige Rolle, aber bereits 50 Prozent der Staatseinnahmen werden durch den Tourismus erwirtschaftet.

Ein immer größer werdendes Ärgernis ist die von Umweltschützern als „brutal“ bezeichnete Kohlegewinnung im Tagebau, das sogenannte „Mountaintop Removal Mining“. Dazu werden vor allem im Südwesten des Staates Bergkuppen abgeholzt und durch Sprengungen gelockert, das Erd- und Felsmaterial wird abgeräumt und in Senken geleert, um kostengünstiger als im traditionellen Untertageabbau an die Kohleflöze heranzukommen. Es gibt mit dieser Methode gewaltige Umweltschäden, ganze Ortschaften sind durch Wasser- und Schlammstürze gefährdet.

Die Rekultivierung der ausgebeuteten Lager ist zwar gesetzlich vorgeschrieben, wird aber nicht immer zügig durchgeführt. Auf diese Weise ist das bergige und dünn besiedelte West Virginia zu einer Reihe von Golfplätzen gekommen, die sonst kaum gebaut worden wären.


Siehe auch

Weblinks

Quellen

Bildernachweis