Geographie

Skip Navigation LinksStartseite > Länder nach Kontinenten > Europa > Vereinigtes Königreich > England

Responsive Ad

England

Leek Straßenpanorama 

 Flagge Englands  Wappen Englands  

AmtsspracheEnglisch
HauptstadtLondon
Fläche130.395 km²
Einwohnerzahl54.786.300 (2015)
Bevölkerungsdichte420 Einwohner pro km²

Bruttowertschöpfung

£ 1.430 Mrd. (Schätzung 2015)
Bruttowertschöpfung pro Einwohner£ 26.159
NationalhymneOffiziell
God Save the Queen
Inoffiziell:
Jerusalem
Land of Hope and Glory .
Vow to Thee, My Country
WährungPfund Sterling, £, GBP
ZeitzoneUTC+0
Internet-TLD.uk, .gb
Telefonvorwahl+44

 

Lagekarte England

Städtekarte England
Städtekarte England

 

England ist der größte und am dichtesten besiedelte Landesteil im Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland. im Nordwesten Europas. England umfasst den größten Teil des südlichen Abschnitts der Insel Großbritannien, grenzt im Norden an Schottland und im Westen an Wales und die Irische See. Im Osten grenzt England an die Nordsee, im Süden liegt England am Ärmelkanal und der Südwesten Englands liegt am Atlantik.

Die Geographie des Landes ist geprägt durch niedrige Hügel und Ebenen, vor allem im zentralen und südlichen England. Allerdings gibt es auch Hochland im Norden und Südwesten.

London ist die Hauptstadt von England und des gesamten Vereinigten Königreichs. Sie ist, gemessen an der Zahl ihrer Einwohner, auch die drittgrößte Stadt im geographischen Europa (nach Moskau und Istanbul). Englands Bevölkerung von über 54 Millionen Einwohnern umfasst fast 85 % der Bevölkerung des Vereinigten Königreichs.

Geographie

England liegt im Wesentlichen auf der geographischen Breite der Bundesländer NRW, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Mit etwa 130.000 km² ist England der flächenmäßig größte Teil von Großbritannien und nimmt ca. zwei Drittel der Gesamtfläche Großbritanniens ein. Als ein typisches Merkmal von England können die Küsten (z.B. die berühmten White Cliffs of Dover) genannt werden. Neben den Küsten gibt es in England noch weitere vielfältige Naturräume. England besteht zum größten Teil aus Tiefebenen, die von Gebirgsketten durchzogen werden. Der höchste Berg in England ist der Scafell Pike in den Cumbrian Mountains mit 978 Metern. Der längste und bekannteste Fluss des Landes ist die Themse. Neben ihr fließen durch England der Severn, der Humber, der Trent und der Great Ouse.

Flora

Etwa die Hälfte der Waldflächen des Vereinigten Königreichs entfallen auf England. Die häufigsten Bäume in England sind Eichen und Buchen, in Tiefebenen sind auch Kiefern und Birken verbreitet. Hinzu kommen Kirschbaum- und Apfelbaumkulturen, Stechginster und zahlreiche Arten von Wildblumen.

Fauna

Weit verbreitet in England sind Hirsche, Kaninchen, Hasen, Dachse und Füchse. Die früher in England beheimateten Wölfe und Wildschweine sind komplett ausgestorben. Während es in England viele Vogelarten wie Krähe, Tauben, Star gibt, sind Reptilien äußerst selten. Insektenfresser und andere kleine Säugetiere (z.B. Igel) sind in England des Öfteren anzutreffen. Englands Meere sind ein Paradies für viele Meeressäugetiere. Die Kegelrobbe, ein relativ seltenes Tier auf der Welt, befinden sich in großer Zahl entlang der englischen Küste.

Klima

England liegt in der gemäßigten Klimazone und weist, aufgrund des Golfstroms, ein eher feuchtes aber auch warmes Klima auf. Insgesamt weist England ein wärmeres Klima als die Länder auf, die auf demselben Breitengrad liegen. In England herrscht abwechslungsreiches Wetter, der Grund hierfür liegt darin, dass England von warmer Tropenluft und kalter Polarluft durchzogen wird. Die kältesten Monate sind Januar und Februar, während der August, teilweise im kontinentaleren Osten auch der Juli, normalerweise der wärmste Monat ist. Monate mit mildem bis warmem Wetter sind Juni, September und Oktober. Die Niederschläge sind ziemlich gleich über das Jahr verteilt. Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen betrug die höchste Temperatur 38,5 °C, und die niedrigste −26 °C.

Wirtschaft

England zählt zu den am stärksten deregulierten Volkswirtschaften der Welt, mit einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen von 22.907 €. England praktiziert den Freien Markt, hat eine fortschrittliche Infrastruktur und gehört in Bezug auf Inflation, Zinsniveau und Arbeitslosigkeit zu den stärksten Regionen Europas. Die offizielle Währung Englands ist das Pfund Sterling. Es wird von vielen Staaten als Währungsreserve gehalten und gilt nach dem US-Dollar und dem Euro als eine der wichtigsten konvertiblen Währungen der Welt. England macht den größten Teil der Wirtschaft in Großbritannien aus, nicht zuletzt wegen London, eines der weltweit größten Finanzzentren. Das Land ist eines der führenden Länder in den Bereichen der chemischen und technischen Industrie, insbesondere Luft- und Raumfahrt, Rüstungsindustrie und Software-Industrie. Die Bank of England, im Jahr 1694 gegründet, ist die Zentralbank des Vereinigten Königreiches.

Infrastruktur

Das Autobahnen- und Fernstraßennetz in England ist sehr weit ausgebaut. Der Bustransport ist ebenfalls im ganzen Land verbreitet. Die roten Doppeldeckerbusse in London sind ein berühmtes Symbol Englands. Der Schienenverkehr von England zählt zu den ältesten der Welt, Passagierbahnen in England entstanden bereits im Jahre 1825. Der größte Flughafen ist London Heathrow. Er ist an der Zahl der internationalen Passagiere gemessen der größte Flughafen der Welt. In England gibt es zudem noch rund 4400 Meilen (7100 Kilometer) Wasserstraßen.

Verwaltungsgliederung

Die 39 historischen Grafschaften

Die 39 historischen Grafschaften (engl. county, counties) bestehen seit dem Hochmittelalter. In ihrer Funktion als Verwaltungsbezirke sind sie seit Mitte des 20. Jahrhunderts mehrmals neu gegliedert worden, jedoch bestehen die historischen Grafschaften im Bewusstsein der Bevölkerung weithin fort. Größere Städte galten als Teil der Grafschaften, wurden jedoch als Boroughs eigenständig verwaltet.

Die gegenwärtige Verwaltungsgliederung

Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde die Verwaltungsgliederung teilweise den neu entstandenen Ballungsgebieten angepasst. Dadurch veränderten sich auch die Grenzen der oben genannten 39 historischen Counties. So wurde zum Beispiel 1965 die Verwaltungseinheit Greater London eingerichtet. 1974 entstanden sechs Metropolitan Counties und die sogenannten Non-Metropolitan Counties.

Die Counties untergliedern sich in Bezirke (Metropolitan Districts bzw. Districts), die aufgrund ihrer Aufgabenstellung etwa den Stadtverwaltungen Deutschlands entsprechen. Diese Distrikte bestehen meist aus einer Vielzahl von Städten und kleineren Siedlungen, die jedoch keine eigene Verwaltung haben. Man spricht von einer „zweistufigen Verwaltung“ (erste Stufe: Grafschaften, zweite Stufe: Distrikte).

1986 wurden die Grafschaftsräte bzw. -verwaltungen der Metropolitan Counties aufgelöst. Ihre Aufgaben wurden an die untergliederten Metropolitan Districts delegiert, so dass diese alle Aufgaben der Grafschaften und der Distrikte erledigen („einstufige Verwaltung“). In ihrer Funktion können die Metropolitan Districts seither als Unitary Authorities bezeichnet werden. Die Bezeichnungen der sechs Metropolitan Counties wurden zwar beibehalten, sie sind seither aber nur noch für die Beschreibung der geographischen Lage bzw. für statistische Zwecke von Bedeutung.

Zahlreiche Non-Metropolitan Districts wurden Mitte der 1990er Jahre als Unitary Authorities aus den Grafschaften ausgegliedert. Sie erledigen seither die Verwaltungseinheiten der Grafschaften mit und sind somit den Metropolitan Districts vergleichbar.

Die Grafschaften und Unitary Authorities Englands sind heute zu neun Regionen zusammengefasst: East of England, East Midlands, Greater London, North East England, North West England, South East England, South West England, West Midlands, Yorkshire and the Humber.

Weitere Informationen hier: Verwaltungsgliederung Englands (Wikipedia)

Großstädte

In der englischen Sprache wird zwischen city und town unterschieden. Das Recht, als „City“ bezeichnet zu werden, besiegelt eine königliche Ernennungsurkunde, die sogenannte Royal Charter. Meist orientierte man sich dabei daran, ob die betreffende Ansiedlung eine Kathedrale besitzt. Während beispielsweise das kleine St Davids in Wales mit weniger als 2.000 Einwohnern als „City“ gilt, ist Stockport mit seinen 135.600 Einwohnern nur „Town“.

Die Unterscheidung ist damit ähnlich der Unterscheidung zwischen Stadt und Gemeinde in Deutschland. Alle Verwaltungsbezirke mit städtischem Charakter besitzen in England üblicherweise auch den Status eines Borough.

Bevölkerung

Mit fast 55 Millionen Einwohnern ist England das mit Abstand bevölkerungsreichste Land des Vereinigten Königreichs. Es ist auf Platz 4 der bevölkerungsreichsten EU-Länder. Die Dichte von 420 Personen pro Quadratkilometer ist ebenfalls sehr hoch. Hierbei ist aber zu berücksichtigen, dass 8,3 Mio. Einwohner in Greater London auf nur 1,3 Prozent der Gesamtfläche leben. Im Rest des Landes liegt die Bevölkerungsdichte bei lediglich 357 Personen pro Quadratkilometer.

Ethnien

85.4% White British; 7.8% Britisch-Asiatisch, 3.5% Black-British, 2.3% Mixed, 0.4% Britisch-Arabisch, 0.6% Andere

Sprache

In England wird überwiegend Englisch gesprochen. Es gibt zwar kein Gesetz, das besagt, dass Englisch die Amtssprache ist, aber Englisch ist die einzige Sprache, die für amtliche Zwecke verwendet wird. Sie ist auch von internationaler Bedeutung, etwa 1,5 Milliarden Menschen auf der Welt sprechen Englisch, davon 375 Millionen als Erstsprache.[10] Englisch wird meistens als „Weltverkehrssprache“ angesehen.

Ab dem 15. Jahrhundert wurde Englisch in England populär. In der englischen Renaissance wurden viele Wörter aus dem Französischen und Lateinischen übernommen.

Schätzungen zufolge sprechen 133.000 Einwohner Englands Walisisch.

Aufgrund der Einwanderung sprachen 2007 etwa 800.000 Schüler eine Fremdsprache zu Hause. Eine Volkszählung von 2011 zeigt, dass in England nach Englisch am meisten Polnisch gesprochen wird.

Religion

Das Christentum hielt schon in der Endphase des Römischen Reiches im 1. bis 4. Jahrhundert Einzug in die damalige römische Provinz Britannia. Nach dem Rückzug der Römer und der angelsächsischen Landnahme im 4. bis 5. Jahrhundert folgte eine Phase des Heidentums. Der größte Teil Englands wurde in der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts durch gregorianische Missionare christianisiert. Die englische Kirche bewahrte sich im Mittelalter eine gewisse Distanz zu den Päpsten. Nach dem Beginn der lutherischen Reformation verhielt sich der damalige König Heinrich VIII. zunächst ablehnend, leitete im Jahr 1531 aber weniger aus religiösen, sondern aus persönlichen Motiven die Abspaltung der englischen Kirche von der römisch-katholischen Kirche ein. Die neu gegründete anglikanische Kirche (Church of England) entsprach zunächst in Liturgie und Theologie weitgehend der römisch-katholischen Kirche, nahm aber in den folgenden Jahrzehnten immer mehr protestantische Elemente auf.

Die anglikanische Kirche wurde zur Staatskirche Englands. Neben der Staatskirche entwickelten sich auch evangelische Freikirchen („Nonkonformisten“). Außerdem gab es weiterhin eine kleine katholische Minderheit, die allerdings staatlicherseits massiv benachteiligt wurde. Die Katholiken standen im Ruf, Staatsfeinde zu sein, die mit den traditionellen katholischen Gegnern Englands, Spanien und Frankreich, sympathisierten. Heute hat die Church of England weiterhin den Status einer Staatskirche. Ihr Kirchenoberhaupt ist der regierende Monarch des Vereinigten Königreiches. Es gibt rund 26 Millionen Anhänger der Church of England.

Mit der Katholikenemanzipation 1829 erhielten die Katholiken die bürgerliche Gleichberechtigung. Während der Zeit der Zugehörigkeit Irlands zum Vereinigten Königreich 1801–1923 nahm der katholische Bevölkerungsanteil durch Zuwanderung aus Irland stark zu.

Bis zum 19. Jahrhundert gab es praktisch keine nennenswerte jüdische Bevölkerung in England, da die Juden im Jahr 1290 aus England ausgewiesen worden waren. Erst der Lord Protector Oliver Cromwell gestattete im Jahr 1656 den Juden die Wiederansiedlung. Trotzdem blieb die jüdische Bevölkerung danach lange Zeit sehr gering. Die vollständige rechtliche Gleichberechtigung erhielten die Juden in England erst im Jahr 1858. Eine größere Einwanderungswelle von Juden aus Osteuropa (vor allem aus dem Russischen Reich) gab es vor allem Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Während der Zeit des Nationalsozialismus fanden auch viele als Juden verfolgte Personen aus Mitteleuropa in England Asyl, wo sie teilweise bedeutende Beiträge zu den Kriegsanstrengungen des Vereinigten Königreichs leisteten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die britischen Kolonien nach und nach selbständig. Es kam zu einer zahlenmäßig erheblichen Einwanderung aus den Ländern des Commonwealth, wodurch viele Muslime ins Land kamen. Die größten Gruppen bildeten Einwanderer aus Pakistan und Einwanderer aus Bangladesch.

Sport

England hat ein starkes sportliches Erbe und kodifizierte im 19. Jahrhundert viele Sportarten, die in heutigen Zeiten auf der ganzen Welt gespielt werden, darunter Fußball, Cricket, Rugby, Tennis, Boxen, Badminton, Squash, Hockey, Snooker, Billard, Darts, Tischtennis und Basketball, wobei Fußball hervorsticht. Die FIFA erkennt den englischen Verein Sheffield FC als ältesten offiziellen Verein an.Die englische Fußballnationalmannschaft gewann im Jahr 1966 die Fußball-Weltmeisterschaft. In der heutigen Zeit ist die englische Premier League die weltweit meistgesehene und lukrativste Liga der Welt.

Etymologie

Der Name England leitet sich vom altenglischen Wort Engaland, was so viel wie Land der Angeln bedeutet. Die Angeln waren ein germanischer Stamm, der das Land im Frühmittelalter besiedelte. Laut dem Oxford English Dictionary war der erste Gebrauch des heutigen Namens England im Jahr 897, und es wurde in der modernen Rechtschreibung erstmals im Jahre 1538 eingesetzt.

Ein alternativer Begriff für England lautet Albion. Er bezog sich ursprünglich auf die ganze Insel Großbritannien. Der Begriff wird auch neuzeitlich vor allem dichterisch für England benutzt. Die nominell früheste Aufzeichnung dieses Namens war wohl im 4. Jahrhundert v. Chr. im Corpus Aristotelicum zu finden. Dort heißt es in etwa: „Jenseits der Säulen des Herakles gibt es zwei sehr große Inseln namens Britannia; diese sind Albion und Ierne“. Das Wort Albion (Ἀλβίων) ist möglicherweise auf das lateinische Wort albus (weiß) zurückzuführen, ein Verweis auf die weißen Klippen von Dover (zwischen England und Frankreich). 

Gelegentlich wird der Begriff England synekdochisch für das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland oder für die gesamte Insel Großbritannien gebraucht.


Quellen

Bildernachweis

Siehe auch

Weblinks

Reiselinks