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Rasputiza

Rasputiza (russisch распу́тица, Wegelosigkeit) ist die russische Bezeichnung für die Schlammzeit, Schlammperiode bzw. Regenzeit im Frühjahr und Herbst, in der weite Landschaften und unbefestigte Straßen im östlichen Europa (insbesondere Belarus, Russland und Ukraine) durch Schneeschmelze bzw. die Herbstregenfälle aufgrund der besonderen Geographie der Landschaft aufweichen und unbefahrbar werden. Im Grunde wird die Rasputiza, bzw. die beiden Schlammzeiten, in Russland wie weitere Jahreszeiten betrachtet.

Auch in Finnland kennt man diesen Zustand. Im Finnischen wird die Schlammzeit als rospuutto (Straßenlosigkeit) bezeichnet.

Geographische Ursachen

Beispiel: Zwischen der sowjetischen Grenze von 1941 und den drei Städten St. Petersburg, Moskau und Kiew, die je etwa 1000 km voneinander entfernt liegen, gibt es in einer weitgehend baumlosen Steppe keine Bodenerhebung höher als 150 Meter. Die Wassermassen der Schneeschmelze und die der Herbstregenfälle können daher nicht rasch ab- und zusammenlaufen. Auch Hügel oder Berge, in denen je nach Gesteinsart Niederschläge in großen Mengen versickern können, um nach Zwischenspeicherung später aus Quellen wieder an Bäche abgegeben zu werden, gibt es nicht. Der Boden weicht folglich tief auf und wird grundlos.

Die Rasputiza spielte auch in verschiedenen Kriegen bzw. Feldzügen eine wichtige, wenn nicht sogar kriegsentscheidende Rolle (z.B. Napoleons Feldzug, Unternehmen Barbarossa).

Schlammzeit

Wehrmachtsoldaten ziehen an der Ostfront ein Auto aus dem Schlamm, November 1941


Quellen

Bildernachweis

Weblinks