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Niederländische Karibik

Die Niederländische Karibik umfasst die in der Karibik gelegenen zum Königreich der Niederlande gehörenden autonomen Länder Aruba, Curaçao und Sint Maarten sowie die zum Land Niederlande gehörenden Besonderen Gemeinden (Karibische Niederlande) Bonaire, Sint Eustatius und Saba.

Geographische Lage

Alle Inseln gehören zu den Kleinen Antillen. Sint Maarten, Sint Eustatius und Saba, auch als SSS-Inseln bezeichnet, gehören zu den Inseln über dem Winde in der nordöstlichen Karibik. Aruba, Bonaire und Curaçao, auch als ABC-Inseln bezeichnet, gehören zu den Inseln unter dem Winde in der südlichen Karibik.

Geschichte

Erstmals niederländisch wurden die Inseln durch die Eroberungen der Niederländischen Westindien-Kompanie im 17. Jahrhundert, beginnend mit Curaçao, Aruba und Bonaire im Jahr 1634. Im Anschluss wechselten die Inseln unterschiedlich oft die Zugehörigkeit zu Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden.

Durch den Britisch-Niederländischen Vertrag von 1814 kamen die Inseln 1816 endgültig in niederländischen Besitz. Zunächst wurden zwei Kolonien aufgestellt. Die Kolonie Curaçao en Onderhorigheden umfasste Curaçao, Aruba und Bonaire, die Kolonie Sint Eustatius en Onderhorigheden umfasste Sint Eustatius, Sint Maarten und Saba.

1828 wurden diese mit der Kolonie Suriname zu einer Kolonie Gouvernement-Generaal van's rijks West-Indische bezittingen zusammengelegt und von Paramaribo in Suriname aus verwaltet. 1845 wurde diese Kolonie wieder aufgespalten. Die Kolonie Curaçao en Onderhorigheiden umfasste fortan Curaçao, Aruba, Bonaire, Sint Eustatius, Sint Maarten und Saba.

1863 wurde im Königreich die Sklaverei abgeschafft. Am 1. Juli dieses Jahres wurden in der Kolonie 12.000 Menschen in die Freiheit entlassen.

1936 wurde die Kolonie Curaçao en Onderhorigheden umbenannt in Gebiedsdeel Curaçao (deutsch: Gebietsteil Curaçao).

1948 erfolgte eine erneute Umbenennung, die Kolonie hieß fortan Nederlandse Antillen (deutsch: Niederländische Antillen).

Ende 1954 erhielt die Kolonie Niederländische Antillen durch das Statuut voor het Koninkrijk der Nederlanden (deutsch: Charta des Königreichs der Niederlande, nicht zu verwechseln mit dem Grundgesetz für das Königreich der Niederlande) den Status eines nach innen autonomem Landes des Königreichs.

Ende des Jahres 1985 schied Aruba aus dem Land Niederländische Antillen aus und wurde ein eigenes nach innen autonomes Land des Königreichs (status aparte, deutsch: gesonderter Status).

Seit dem Jahr 1998 ist das niederländische Innenministerium für die Beziehungen zu den anderen Ländern verantwortlich und heißt seitdem Ministerie van Binnenlandse Zaken en Koninkrijksrelaties.

Am 10. Oktober 2010 wurde das Land Niederländische Antillen aufgelöst. Es entstanden die innerhalb des Königreichs nach innen autonomen Länder Curaçao und Sint Maarten sowie die zum Land Niederlande gehörenden Besonderen Gemeinden Bonaire, Sint Eustatius und Saba. Die Gesamtheit der Niederländischen Karibik heißt seither offiziell Caribisch deel van het Koninkrijk.

Zuständigkeiten des Königreichs für die gesamte Niederländische Karibik sind Auswärtige Angelegenheiten, Verteidigung und Staatsbürgerschaftsangelegenheiten.

Es bestehen weitere gemeinsame Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen für die Niederländische Karibik, wie z. B. die gemeinsame Küstenwache, die gemeinsame Naturschutzorganisation Dutch Caribbean Nature Alliance und eine gemeinsame Staatsanwaltschaft (nicht zuständig für Aruba).

Die Niederländische Karibik (niederländisch: Nederlandse Cariben oder Nederlandse Caraïben, offiziell: Caribisch deel van het Koninkrijk; englisch: Dutch Caribbean) ist zu unterscheiden von den Karibischen Niederlanden (niederländisch: Caribisch Nederland; englisch: Caribbean Netherlands), die nur die Besonderen Gemeinden Bonaire, Sint Eustatius und Saba umfassen.


Siehe auch

Weblinks

Quellen

Bildernachweis

  • Lagekarte: von Lesser_Antilles_location_map.svg: NordNordWestBlankMap-World-noborders.png: Sanbecderivative work: Thayts (Diskussion) [CC BY-SA 3.0 ], via Wikimedia Commons