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Ostdeutschland

Ostdeutschland bezeichnet den Osten Deutschlands. Der Begriff hat mehrere geographische, politische als auch soziokulturelle Bedeutungen, die jedoch nicht alle deckungsgleich sind.

Bis 1919 wurde unter Ostdeutschland die Region östlich der Elbe, gelegentlich auch der Oder, verstanden. Diese zur historischen Germania Slavica zählenden Gebiete standen im Norden vornehmlich unter preußischem Einfluss. Durch den preußischen Landadel war sie protestantisch und konservativ geprägt. Mehrheitlich katholisch waren Oberschlesien und das unter dem Namen „Südpreußen“ annektierte Großpolen.

Zwischen den beiden Weltkriegen bezeichnete der Begriff die Gebiete östlich der Oder ohne die an Polen abgetretenen Teile. In diesem Zusammenhang wurde statt Ostdeutschland oft der geographische Begriff Ostelbien verwendet.

Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurden als Ostdeutschland gemeinhin die östlich der Elbe gelegenen Teile Deutschlands bezeichnet(Ostelbien). Einschränkend waren damit auch nur die östlich der Oder gelegenen preußischen Provinzen Ostpreußen, Hinterpommern, Westpreußen, Schlesien und die Provinz Posen gemeint. Nach 1945 hatte der Ausdruck eine doppelte Bedeutung, da nun vermehrt auch die Gebiete der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und ab 1949 der DDR so genannt wurden, während die alte Bedeutung weiterhin im Gebrauch blieb. Sie spielte nicht zuletzt im Diskurs der Vertriebenenverbände und der ihnen angeschlossenen Kultureinrichtungen eine Rolle. Heutzutage wird Ostdeutschland im politischen und wirtschaftlichen Sinn als Synonym für die neuen Bundesländer gebraucht.

Nach 1945 und speziell nach der deutschen Teilung 1949 wandelte sich der Sprachgebrauch, und in Westdeutschland wurde offiziell der Begriff „deutsche Ostgebiete“ gebraucht, um auf die Ostgebiete des Deutschen Reiches zu verweisen. Im amtlichen Sprachgebrauch wurde die Anwendung des Begriffs Ostdeutschland auf die Deutsche Demokratische Republik (DDR) vermieden, was auch staats- und völkerrechtliche Gründe hatte.
Daneben gab es in der Bundesrepublik Deutschland die Begriffe Sowjetische Besatzungszone (SBZ) und später auch Mitteldeutschland als Ersatzwörter für den verpönten Begriff „DDR“, häufiger aber Zone, drüben, Sowjetzone, Ostzone, „DDR“ (mit Anführungszeichen) beziehungsweise sogenannte DDR. Erst mit der neuen Ostpolitik und den Verträgen mit Polen zur Oder-Neiße-Grenze wandelte sich auch die Bezeichnung von Ostzone zu DDR und Deutsche Demokratische Republik, in offizieller Verwendung nicht aber zu Ostdeutschland. Von Teilen der westdeutschen Presse jedoch wurde bereits in den ersten Jahren des Bestehens der Bundesrepublik der Begriff Ostdeutschland als Synonym für das Tabuwort „DDR“ benutzt.

Seit der deutschen Vereinigung 1990 wird das ehemalige Staatsgebiet der DDR als neue Länder, fünf neue Bundesländer, ehemalige DDR (Ex-DDR) oder rechtlich als Beitrittsgebiet bezeichnet.

Der Begriff Ostdeutschland für die neuen Länder wird in der Tagesschau und in Statistiken der Wirtschaft verwendet. Auf der Basis der gemeinsamen Geschichte, Sprache und Kultur neigt man dazu, Mecklenburg als „Nordostdeutschland“ und Thüringen mit Teilen von Sachsen-Anhalt, Sachsen und/oder Hessen als „Mitteldeutschland“ zu unterscheiden.

Im englischen Sprachraum ist die Bezeichnung „Eastern Germany“ üblich, wohingegen „East Germany“ die ehemalige DDR und „former eastern territories of Germany“ oder „the historical Eastern Germany“ die heute zu Polen beziehungsweise Russland gehörenden ehemaligen deutschen Ostgebiete (Schlesien, Hinterpommern, Neumark, Westpreußen, Ostpreußen, Danzig sowie Posen) bezeichnet.

In rechtsextremen Kreisen ersetzt „Mitteldeutschland“ in der Regel den Begriff „Ostdeutschland“, um so auf vermeintliche Ansprüche auf die früheren Ostgebiete des Deutschen Reiches hinzuweisen.


Quellen

Bildernachweis

Siehe auch

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