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Samoainseln

Die Samoainseln sind eine polynesische Inselgruppe östlich von Fidschi im zentralen Pazifischen Ozean liegend und Teil von Ozeanien. Die größeren Inseln der Gruppe sind vulkanischen Ursprungs und von schroffen, dicht bewachsenen Berghängen gekennzeichnet. Die kleineren Inseln sind aus Korallenriffs entstanden. Nicht alle der Inseln sind bewohnt. Höchster Punkt der Gruppe ist, mit etwa 1.858 m, der Vulkan Silisili auf Savaiʻi.

Politisch zählen die westlichen Samoainseln zum 1962 unabhängig gewordenen Inselstaat Samoa (bis 1997 „Westsamoa“ genannt) mit der Hauptstadt Apia auf Upolu. Die östlichen Inseln bilden das US-amerikanische Außengebiet Amerikanisch-Samoa mit der Hauptstadt Pago Pago auf Tutuila.

 

Datei:Samoa Islands 2002.PNG
Samoainseln
Gewässer Pazifischer Ozean
Geographische Lage 14° 16′ S, 171° 12′ W-
Karte von Samoainseln
Anzahl der Inseln 14 (+zahlreiche Felsen)
Hauptinsel Upolu
Gesamtfläche 3.028 km²
Einwohner 260.000 (geschätzt)

Jacob Roggeveen nannte die Inselgruppe 1722 „Bouman Eylanden“ (deutsch: Baumanninseln) nach Kapitän Cornelis Bouman, dem Kommandanten seines Schiffes Thienhoven. Louis Antoine de Bougainville taufte sie 1768 „îles du Navigateur“, ein Name, der in deutschsprachigen Veröffentlichungen als „Schifferinseln“ oder „Navigatorinseln“ auftaucht.

Geschichte

Die früheste Besiedlung Samoa ist für etwa 1000 v. Chr. nachgewiesen worden. Intensive Beziehungen mit Tonga und Fidschi existierten schon seit 200 v. Chr. Von 940 bis 1250 wurde Samoa von Tonga beherrscht.

Der erste Europäer, der Samoa erreichte, war der Niederländer Jakob Roggeveen 1722. Aber erst durch die Missionare der britischen London Missionary Society (LMS) ab 1830 wurde die (vorübergehende) Vorherrschaft Europas über Samoa begründet. Die Samoaner wurden schnell christianisiert. Eine amerikanische Expedition unter Charles Wilkes erreichte Samoa 1839 und hinterließ einen Konsul. Die Briten eröffneten (wahrscheinlich) 1847 ein Konsulat. 1855 erkundet der Kaufmann August Unshelm (1824–1864) im Auftrag des Hamburger Handelshauses Johann Cesar Godeffroy Samoa. Zwei Jahre darauf gründete er in Apia auf der Insel Upolu eine zentrale Niederlassung der Firma. 1861 wurde er vom Hamburgischen Senat zum Konsul ernannt.

Das Hamburger Handelshaus Joh. Ces. Godeffroy dominierte bereits nach wenigen Jahren den Handel mit Samoa, wobei der Export von Kopra, das der Palmölgewinnung diente, zunehmend an Bedeutung gewann. Die steigende Nachfrage nach diesem Rohstoff führte 1865 zur Anlage der ersten Kokos-Plantage durch den neuen Niederlassungsleiter Theodor Weber. Das florierende Geschäft rief zu Beginn der 1870er-Jahre weitere Hamburger Handelsfirmen auf den Plan, darunter die Firma „Ruge, Hedemann & Co.“ als Vertreter von „Wachsmuth & Krogmann“ (gegr. 1797). In der Folge verschärfte sich die Konkurrenzsituation zwischen den drei ausländischen Mächten USA, Großbritannien und Deutschland (später die Three Powers genannt) immer mehr, wobei man sich zum Schutz der jeweiligen nationalen Interessen gerne der Mittel der sogenannten Kanonenbootpolitik (zuletzt im Konflikt um Samoa) bediente.

File:German, British, American warships in Apia harbour, Samoa 1899.jpg
Deutsche, Britische und Amerikanische Kriegsschiffe im Hafen von Apia, 1899, Samoa.

 

1899 einigte man sich letztendlich im Samoa-Vertrag auf die Zweiteilung der Inselgruppe zugunsten Deutschlands und der USA, Großbritannien wurde durch andere pazifische Inseln entschädigt.

1903 wurde die Bewegung Mau gegründet, die sich unter dem Motto „Samoa mo Samoa“ (Samoa den Samoanern) für die Unabhängigkeit einsetzte. Die deutschen Kolonialbehörden unterdrückten den Widerstand, allerdings ohne Blutvergießen, internierten und deportierten die Führer der Mau, was aber letztlich zur Stärkung der Bewegung führte. Unter der neuseeländischen Herrschaft nahm der (gewaltlose) Widerstand weiter zu.

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs besetzte Neuseeland Westsamoa und erhielt es 1920 als Völkerbundmandat, 1946 als Treuhandgebiet.

1918 starb rund ein Drittel der westsamoanischen Bevölkerung an der Spanischen Grippe, nachdem der neuseeländische Militärbefehlshaber ein Quarantäneschiff in Apia anlegen ließ, durch das die Seuche ins Land eingeschleppt wurde. Im Dezember 1928 wurde eine friedliche Massendemonstration gegen die neuseeländische Besetzung von neuseeländischen Soldaten gewaltsam aufgelöst. Elf Demonstranten, darunter Tupua Tamasese Lealofi III., der Führer der samoanischen Unabhängigkeitsbewegung, wurden getötet, mehr als 50 Menschen verletzt. 2002 entschuldigte sich Helen Clark, Premierministerin Neuseelands, offiziell für die „inkompetente und unangemessene Behandlung Samoas während der ersten Jahre neuseeländischer Verwaltung“, was im Lande mit großer Genugtuung aufgenommen wurde.

Am 1. Januar 1962 wurde Westsamoa als erstes fremd beherrschtes Land Polynesiens wieder unabhängig. Zu Staatsoberhäuptern wurden Malietoa Tanumafili II. und Tupua Tamasese Mea'ole gewählt. Nach dem Tod von Tupua Tamasese Mea'ole am 5. April 1963 wurde Malietoa Tanumafili II. auf Lebenszeit zum Staatsoberhaupt Westsamoas gewählt. Malietoa Tanumafili II. bekannte sich als weltweit erstes regierendes Staatsoberhaupt zur Bahai-Religion. Seit dem Tod von Malietoa Tanumafili II. am 11. Mai 2007 wird das Staatsoberhaupt nur noch für eine Wahlperiode von fünf Jahren gewählt. 1970 wurde Samoa Mitglied des Commonwealth of Nations. Der Staatsname wurde 1997 von Westsamoa zu Samoa geändert.

Ein Erdbeben am 29. September 2009 mit Epizentrum rund 200 Kilometer süd-südwestlich von Apia mit der Stärke 8,0 Mw auf der Momenten-Magnituden-Skala löste einen Tsunami aus. Große Teile der Südküste Upolus sowie ein Teil der Insel Manono wurden überschwemmt, es entstanden schwere Sachschäden und mindestens 154 Personen starben. Der Tsunami-Warndienst im Südpazifik hatte eine Warnung über SMS herausgegeben, die Flutwelle war jedoch schon nach 15 Minuten aufgelaufen, so dass sich viele Menschen nicht mehr in Sicherheit bringen konnten.

Durch die politische Einflussnahme der USA wurde Samoa am 4. Juli 1892 der östlichen Seite der Datumsgrenze zugeordnet. Um jedoch die Beziehungen zu Neuseeland zu verbessern, wechselte Samoa Ende 2011 zusammen mit dem zu Neuseeland gehörenden Tokelau zurück auf die westliche Seite der Datumsgrenze, indem der 30. Dezember übersprungen wurde.

 

Quellen

Bildnachweis

  • Alle Karten und Fotos Public domain

Weblinks

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