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Der schlafende Vulkan The Quill auf Sint Eustatius

Sint Eustatius (niederländisch, auf deutsch veraltet St. Eustaz) ist eine der drei niederländischen BES-Inseln in der Karibik und hatte 2013 etwa 4000 Einwohner. Die Insel bildet eine „Besondere Gemeinde“ der Niederlande.

Benannt wurde die Insel nach Eustachius, einem katholischen Heiligen. Vor allem von Einheimischen wird sie oft als „Statia“ bezeichnet.

Sint Eustatius gehört, wie auch Saba und Sint Maarten, zu den Inseln über dem Winde. Sie hat eine Landfläche von 21 km² und ist damit nach Saba die zweitkleinste der fünf bewohnten Inseln der ehemaligen Niederländischen Antillen. Die Hauptstadt von Sint Eustatius ist Oranjestad (nicht zu verwechseln mit Oranjestad auf Aruba).

SSS Islands Map.png

Im Südosten liegt die Insel St. Kitts, im Norden Saint-Barthélemy sowie Sint Maarten und im Nordwesten Saba. Auf Sint Eustatius selbst befindet sich im Südosten mit dem ca. 600 m hohen The Quill ein schlafender Schichtvulkan, dessen Krater eine touristische Attraktion ist.

Geschichte

Sint Eustatius wurde 1493 von Christoph Kolumbus entdeckt und innerhalb der nächsten 150 Jahre von verschiedenen Nationen in Anspruch genommen. 1638 kolonisierte die Abteilung der niederländischen Provinz Zeeland der Niederländischen Westindien-Kompanie die Insel. Von der inzwischen durch den Zuckeranbau profitierenden Kolonie wurden auch die angrenzenden Gebiete Saba und Sint Maarten verwaltet.

1739 wurde hier mit der Honin-Dalim-Synagoge eine der ersten jüdischen Gemeinden in Amerika begründet.

Im 18. Jahrhundert gelangte die Insel zu Reichtum, indem sie über Handelsembargos hinweg an jeden Staat, der bereit war dafür zu zahlen, vor allem Waffen und Munition lieferte. Nutzen daraus konnten vor allem auch die Dreizehn Kolonien ziehen, die auf diese Weise Waffen für ihre Rebellion gegen Großbritannien bekommen konnten.

Diese guten Beziehungen zu den nach Selbstständigkeit strebenden Kolonien führten zu einem historisch nicht unbedeutenden Ereignis: Am 16. November 1776 beantworteten – auf Befehl des Gouverneurs Johannes de Graeff – die Kanonen von Fort Orange den Salut der 'Andrew Doria', die unter der rot und weiß gestreiften Flagge des Amerikanischen Nationalkongresses segelte. Damit wurde die Souveränität der Vereinigten Staaten zum ersten Mal von einer fremden Macht anerkannt.

Soviel diese Handelsbeziehung auch wirtschaftlichen Fortschritt brachte, sie war auch einer der Hauptgründe für den Vierten Englisch-Niederländischen Seekrieg, der von 1780 bis 1784 dauerte und eine Katastrophe für den niederländischen Handel war. Im Verlauf dieses Seekrieges übernahmen die Briten am 3. Februar 1781 Sint Eustatius vom niederländischen Kommandeur, der sich angesichts der großen Übermacht britischer Truppen kampflos ergab.

Zehn Monate später eroberte Frankreich, Verbündeter der Niederlande, die Insel, die am Ende des Krieges (1784) wieder in niederländische Hand kam und seitdem in deren Besitz ist.

1954 wurde Sint Eustatius als eilandgebied („Inselgebiet“, eine Art Gemeinde) Teil des neu gegründeten autonomen Bundeslandes „Niederländische Antillen“.

Sint Eustatius hat sich in einem Referendum dafür entschieden, im Landesverband der Niederländischen Antillen zu bleiben, stand mit seiner Meinung jedoch alleine, da alle anderen Inseln sich für Auflösung aussprachen. Seitdem befürworteten die Politiker direkte Beziehungen mit den Niederlanden.

Am 11. Oktober 2006 einigten sich Sint Eustatius, Saba und Bonaire mit der niederländischen Regierung auf die Eingliederung der Inseln in die Niederlande als bijzondere gemeenten („besondere Gemeinden“). Am 10. Oktober 2010 wurde der Landesverband Niederländische Antillen aufgelöst. Sint Eustatius gehört seit diesem Tag als besondere Gemeinde zu den Niederlanden.

Bevölkerung

Im 18. Jahrhundert, als die Insel ihren wirtschaftlichen Höhepunkt erreichte, lebten auf Sint Eustatius ungefähr 20.000 Einwohner. Bei einer im Jahr 2001 durchgeführten Volkszählung bewohnten 2292 Personen Sint Eustatius, das entsprach einer Bevölkerungsdichte von 109 Einwohner/km². Ende 2007 zählte die Insel ungefähr 3300 Einwohner, am Jahresende 2013 waren es mehr als 4000.

Wirtschaft

Im 18. Jahrhundert war die Insel das wohl bedeutendste Handelszentrum der Niederlande in der Karibik. Zu dieser Zeit wurde sie aufgrund des immensen Wohlstandes auch als Golden Rock (goldener Felsen) bezeichnet. Es befanden sich zahlreiche Lagerhäuser an den Straßen, die mittlerweile größtenteils verfallen sind.

Eine französische Besetzung der Insel 1795 war das Ende der Blütezeit von Sint Eustatius als wirtschaftliches Zentrum.

Nach Angaben der Regierung steht die Wirtschaft der Insel heutzutage gut da und hat in naher Zukunft ein starkes Wachstumspotenzial. Die Regierung ist der Hauptarbeitgeber in Sint Eustatius. Sie richtet ihre Wachstumsstrategie auf den Tourismus, speziell den Ökotourismus aus. Der wichtigste private Akteur der Wirtschaft ist die Firma „NuStar“, die auf der Insel ein großes Tanklager für den internationalen Ölhandel betreibt.

Währung ist seit dem 1. Januar 2011 der US-Dollar, welcher den Niederländische-Antillen-Gulden als gesetzliches Zahlungsmittel auf der Insel ablöste. Die alte Währung wurde in den drei Besonderen Gemeinden innerhalb eines Monats ungültig.

Sint Eustatius

Besondere Gemeinde der Niederlande Niederlande


Flagge Wappen
Amtssprache Niederländisch, Papiamentu, Englisch
Hauptstadt Oranjestad
Staatsform Parlamentarische Monarchie
Regierungssystem Besondere Gemeinde der Niederlande
Staatsoberhaupt König Willem-Alexander
Regierungschef Regierung besteht aus:
Inselrat (5 Mitglieder)
Gouverneur
Fläche 21 km²
Einwohner 4.020 (2013)
Bevölkerungsdichte 190 Einwohner pro km²
Währung US-Dollar (USD)
Gründung 10. Oktober 2010, Auflösung der Niederländischen Antillen
Zeitzone UTC-4, Atlantic Time Zone
Kfz-Kennzeichen NL; Regionalcode R
ISO 3166 BQ-SE, NL-BQ3
Internet-TLD .nl
Telefonvorwahl +599-3

Satellitenfoto von Sint Eustatius



Der Hauptort Oranjestad



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Quellen

Bildernachweis

Weblinks